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S

Spotpreis

Der Spotpreis ist der kurzfristige Marktpreis für Energie, der an der Strombörse (z. B. EPEX SPOT) für Lieferung am nächsten Tag (Day-Ahead) oder innerhalb des laufenden Tages (Intraday) gebildet wird. Er spiegelt die aktuelle Angebots- und Nachfragesituation wider. Spotpreise können stark schwanken – von negativen Werten bis zu mehreren hundert €/MWh.

Grundprinzipien

Im Day-Ahead-Markt werden stündliche oder viertelstündliche Auktionen durchgeführt, bei denen Angebot und Nachfrage aufeinandertreffen. Der Schnittpunkt bestimmt den Clearing-Preis. Intraday-Handel ermöglicht kontinuierliche Anpassungen bis kurz vor der Lieferstunde.

Anwendung in der Praxis

Bilanzkreisverantwortliche, die zu viel oder zu wenig am Terminmarkt beschafft haben, gleichen Abweichungen über den Spotmarkt aus. Direktvermarkter erneuerbarer Anlagen nutzen den Spotmarkt für die tägliche Vermarktung ihrer Erzeugung.

Energiewirtschaftliche Bedeutung

Spotpreise sind das Herzstück der kurzfristigen Marktkoordination. Sie senden Effizienz- und Flexibilitätssignale und sind Benchmark für alle Energiebeschaffungsstrategien. Negative Spotpreise signalisieren strukturellen Überüberschuss und treten mit steigendem EE-Anteil häufiger auf.

Einordnung im Prozess

Relevant bei kurzfristiger Portfoliooptimierung, Direktvermarktung und Ausgleichsenergiesteuerung

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