Clearing
Clearing bezeichnet die Verrechnung und Abwicklung von Handelsgeschäften über eine zentrale Gegenpartei (Central Counterparty, CCP). Die CCP tritt zwischen Käufer und Verkäufer und übernimmt das Ausfallrisiko beider Parteien. Börslich gehandelte Energiekontrakte werden über Clearinghäuser wie ECC (European Commodity Clearing) abgewickelt.
Grundprinzipien
Beim Clearing werden offene Positionen täglich bewertet (Mark-to-Market). Gewinne und Verluste werden über Variation Margin täglich ausgeglichen. Initial Margin als Sicherheitsleistung schützt das Clearinghaus gegen Ausfallrisiken. Das Netting mehrerer Positionen reduziert das effektive Exposure.
Anwendung in der Praxis
Händler, die über die EEX oder andere Börsen Strom- und Gas-Futures kaufen, sind automatisch in den Clearing-Prozess eingebunden. OTC-Geschäfte können ebenfalls über Central Clearing abgewickelt werden (CCP-Clearing nach EMIR-Regulierung).
Energiewirtschaftliche Bedeutung
Zentrales Clearing erhöht die Marktstabilität, indem es das Kontrahentenrisiko eliminiert. Es ist nach der EMIR-Verordnung für bestimmte OTC-Derivate verpflichtend und trägt zur Transparenz des Energiehandels bei.
Einordnung im Prozess
Relevant bei Energiehandel, Risikosteuerung und regulatorischer Compliance (EMIR)
