Grüner Wasserstoff
Wasserstoff, der durch Elektrolyse mit erneuerbarem Strom erzeugt wird und daher nahezu CO₂-neutral ist. Grüner Wasserstoff gilt als Schlüssel zur Dekarbonisierung von Schwer-Sektoren (Stahl, Chemie, Schwerlastverkehr). Kosten (2024): ca. 4–7 €/kg; Ziel: < 2 €/kg bis 2030.
Grundprinzipien
Wasserelektrolyse: H₂O → H₂ + ½ O₂ (elektrisch). Technologien: PEM-Elektrolyse (proton exchange membrane), alkalische Elektrolyse, SOEC (Festoxid). Systemwirkungsgrad: 65–75 %. Speicherung: Druckgas (200 bar), flüssig (-253 °C), chemisch (Ammoniak, LOHC).
Anwendung in der Praxis
Anwendungen: Stahlindustrie (grüner Stahl durch DRI-Verfahren), Chemie (Ammoniak-Synthese), Raffinerien, Brennstoffzellen-LKW. Import: Deutschland plant H₂-Import aus Australien, Chile, Nordafrika. Infrastruktur: Wasserstoffnetz aus umgerüsteten Gasleitungen bis 2030 geplant.
Energiewirtschaftliche Bedeutung
Grüner Wasserstoff ist der ‚Energieträger der letzten Meile‘ für nicht elektrifizierbare Prozesse. Seine wirtschaftliche Konkurrenzfähigkeit mit fossilem Wasserstoff (1–2 €/kg) ist noch nicht erreicht; staatliche Förderung (Hydrogen for Industry, Contracts for Difference) überbrückt die Lücke.
Einordnung im Prozess
Wir analysieren H₂-Bedarfe, Beschaffungsoptionen (lokal vs. Import) und Wirtschaftlichkeit für Industriestandorte.
