Bypass-Diode
Schutzdiode, die in jedem PV-Modul parallel zu einer Zellgruppe (typisch 20–24 Zellen) eingebaut ist und bei Teilverschattung aktiviert wird, um Hotspots und Leistungsverluste zu begrenzen. Ohne Bypass-Diode würde ein verschattetes Modul als Verbraucher agieren und stark erhitzen. Standard in allen modernen Modulen.
Grundprinzipien
In Reihe geschaltete Zellen erzeugen eine Spannung; eine verschattete Zelle mit niedrigem Strom wird zum Widerstand und dissipiert Energie als Wärme (Hotspot). Bypass-Dioden leiten bei Spannungsumkehr den Strom um die betroffene Zellgruppe herum, begrenzen Verluste auf 1/3 des Moduls.
Anwendung in der Praxis
Standardmodule haben 3 Bypass-Dioden (je 1 pro 1/3-Zellgruppe). Halbzellenmodule haben 6 oder mehr Dioden, was die Auswirkung von Teilverschattung weiter reduziert. Bei Bypassdioden-Ausfall (Kurzschluss oder Öffnung) entstehen erhebliche Ertragseinbußen und Sicherheitsrisiken.
Energiewirtschaftliche Bedeutung
Bypass-Dioden sind eine günstige, aber unverzichtbare Schutzfunktion. Ihre Qualität und Zuverlässigkeit sind Teil der Modulqualitätsbewertung.
Einordnung im Prozess
Bei der Anlageninspektion prüfen wir Bypass-Dioden durch Thermografie-Aufnahmen auf Defekte.
