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H

Heizwert

Auch Unterer Heizwert (H_i): Bezeichnet die freigesetzte Wärmemenge bei vollständiger Verbrennung eines Gases, ohne Berücksichtigung der Kondensationswärme des entstehenden Wasserdampfs. Für Erdgas H liegt er bei ca. 9–10,5 kWh/m³. Ältere Heizanlagen (Niedertemperatur) arbeiten nach dem Heizwert-Prinzip.

Grundprinzipien

Der Heizwert entspricht dem Brennwert abzüglich der Kondensationswärme des Wasserdampfs (~10 % bei Erdgas). Bei der Verbrennung entweicht der Wasserdampf im Abgas ungenutzt – dieser Energieverlust ist der Unterschied zwischen Brennwert und Heizwert.

Anwendung in der Praxis

Technische Berechnung von Feuerungsanlagen, Industrie-Prozessheizungen und älteren Heizanlagen erfolgt auf Basis des Heizwerts. Der Wirkungsgrad moderner Brennwertanlagen wird auf den Heizwert bezogen (> 100 % möglich, da Kondensationswärme genutzt wird).

Energiewirtschaftliche Bedeutung

Die Unterscheidung Heizwert/Brennwert ist für den Vergleich von Anlagenwirkungsgraden und für die korrekte Energiebilanzierung von Bedeutung. In der Gebäudeenergieberatung ist sie entscheidend für die Beurteilung der Heizungsanlage.

Einordnung im Prozess

Im Energieaudit prüfen wir, ob die vorhandene Heizanlage Heizwert- oder Brennwerttechnik nutzt, und berechnen das Einsparpotenzial durch Modernisierung.

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