Versorgungsunterbrechung
Eine Versorgungsunterbrechung ist der Ausfall der Energielieferung an einen oder mehrere Kunden über einen definierten Mindestzeitraum (typisch: > 3 Minuten bei Strom). Ursachen sind Netzfehler, Wartungsarbeiten, extreme Wetterereignisse oder technische Störungen. Kurze Unterbrechungen (Flicker, Einbrüche < 3 min) werden separat erfasst.
Grundprinzipien
Versorgungsunterbrechungen werden nach Ursache (geplant/ungeplant) und Dauer kategorisiert. Ungeplante Unterbrechungen durch Fremdeinwirkung (Baggerschäden, Sturm) oder Betriebsmittelausfall sind häufigste Ursachen. Netzbetreiber sind zur Entstörung im Rahmen ihrer Pflichten verpflichtet.
Anwendung in der Praxis
Industriekunden können bei längeren ungeplanten Unterbrechungen Schadensersatzansprüche geltend machen, soweit Verschulden nachgewiesen wird. Energielieferverträge schließen typischerweise Haftung für Unterbrechungen aus, wenn der Netzbetreiber verantwortlich ist.
Energiewirtschaftliche Bedeutung
Versorgungsunterbrechungen verursachen wirtschaftliche Schäden und müssen systematisch minimiert werden. Die SAIDI-Regulierung setzt wirksame Anreize; zusätzlich treiben Klimaereignisse (Stürme, Überschwemmungen) Investitionen in Netzresilienz.
Einordnung im Prozess
Relevant bei Betriebskontinuität, Schadensmanagement und Ausfallschutzplanung
