Value-at-Risk (VaR)
Der Value-at-Risk ist eine statistische Kennzahl, die den maximalen Verlust eines Energieportfolios innerhalb eines definierten Zeitraums und bei einem gegebenen Konfidenzniveau (z. B. 95 %) angibt. Er wird in Euro oder €/MWh ausgedrückt. VaR ist das zentrale Risikomaß im Energiehandel und Portfoliomanagement.
Grundprinzipien
Der VaR wird aus historischen oder simulierten Preisvolatilitäten berechnet. Ein 1-Tages-VaR von 500.000 € bei 95 % Konfidenz bedeutet: Mit 95 %iger Wahrscheinlichkeit verliert das Portfolio innerhalb eines Handelstages nicht mehr als 500.000 €. Methoden umfassen historische Simulation, Monte-Carlo-Simulation und parametrische Ansätze.
Anwendung in der Praxis
Stadtwerke und Industrieunternehmen setzen VaR-Limits für ihre Energiebeschaffungsabteilungen. Überschreitungen lösen automatische Absicherungsmaßnahmen (Hedges) aus. Der Conditional VaR (CVaR/Expected Shortfall) gibt zusätzlich den Erwartungswert der Verluste jenseits des VaR an.
Energiewirtschaftliche Bedeutung
VaR hat sich als Branchenstandard für quantitatives Risikomanagement etabliert. Er ermöglicht transparente Kommunikation von Preisrisiken gegenüber Management und Aufsichtsgremien und ist oft regulatorische Anforderung.
Einordnung im Prozess
Relevant bei Risikocontrolling, Portfoliosteuerung und interner Governance
