Inselnetz
Ein Inselnetz ist ein von der öffentlichen Versorgung getrenntes, autarkes elektrisches Netz, das durch eigene Erzeugungsanlagen versorgt wird. Beispiele sind abgelegene Gemeinden, Industrieanlagen mit BHKW oder netzgekoppelte Systeme mit Inselbetriebsfähigkeit. Inselnetze erfordern eigene Frequenz- und Spannungsregelung.
Grundprinzipien
Im Inselbetrieb muss ein steuerbarer Generator (Dieselaggregat, BHKW, Speicher mit Grid-Forming-Inverter) Frequenz und Spannung konstant halten. Ohne Verbund zum Großnetz gibt es keine Stützung durch externe Erzeuger. Moderne Batterie-Speicher-Systeme ermöglichen zunehmend erneuerbare Inselnetze.
Anwendung in der Praxis
Industrieanlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung können bei Netzausfall auf Inselbetrieb umschalten (Netzparallel- und Inselbetrieb). Für Rechenzentren oder kritische Infrastrukturen sind Inselbetriebskonzepte Teil der Betriebskontinuitätsplanung.
Energiewirtschaftliche Bedeutung
Mit zunehmender Dezentralisierung und günstiger Speichertechnologie gewinnt das Inselnetz-Konzept auch für Gewerbe und Industrie an Relevanz. Es ist gleichzeitig Modell für die Energieversorgung in Entwicklungsregionen.
Einordnung im Prozess
Relevant bei Betriebskontinuitätsplanung, BHKW-/Speicher-Projekten und Netzunabhängigkeit
