Anreizregulierung
Die Anreizregulierung ist das deutsche Regulierungsmodell für Strom- und Gasnetzbetreiber, bei dem Erlösobergrenzen für Regulierungsperioden von fünf Jahren festgelegt werden. Netzbetreiber können durch Effizienzsteigerungen Gewinne erzielen, ohne ihre Erlösobergrenze zu überschreiten. Sie ersetzt die frühere kostenbasierte Regulierung.
Grundprinzipien
Die Bundesnetzagentur legt für jeden Netzbetreiber eine individuelle Erlösobergrenze fest, die auf Basis von Effizienzvergleichen benchmarkt wird. Effizientere Netzbetreiber erhalten höhere Eigenkapitalrenditen. Kostensteigerungen (z. B. durch Inflation) werden teilweise über Regulierungskonten ausgeglichen.
Anwendung in der Praxis
Netzbetreiber optimieren ihre Investitions- und Betriebsausgaben, um innerhalb der Erlösobergrenze zu bleiben und Überschüsse zu generieren. Kunden zahlen Netzentgelte, die auf Basis der genehmigten Erlösobergrenzen kalkuliert werden. Genehmigungsverfahren bei der BNetzA sind für größere Investitionen notwendig.
Energiewirtschaftliche Bedeutung
Anreizregulierung soll Effizienz im natürlichen Monopol Netzbetrieb fördern. In der Praxis wird kritisiert, dass zu niedrige Erlösobergrenzen notwendige Netzinvestitionen (Energiewende-Ausbau) bremsen könnten.
Einordnung im Prozess
Relevant bei Netzentgeltkalkulation, Regulierungsverfahren und Investitionsplanung
