Fahrplan
Ein Fahrplan ist die viertelstündliche oder stündliche Nominierung von Energiemengen, die ein Bilanzkreisverantwortlicher beim Übertragungsnetzbetreiber einreicht. Er gibt an, wie viel Energie in jeden Viertelstundenzeitraum des nächsten Tages ein- und ausgespeist wird. Korrekte Fahrpläne sind Voraussetzung für eine ausgeglichene Bilanz und geringe Ausgleichsenergiekosten.
Grundprinzipien
Fahrpläne werden D-1 (am Vortag bis 14:30 Uhr für den Folgetag) nominiert. Intraday-Anpassungen sind bis kurz vor dem Lieferzeitpunkt möglich. Der ÜNB verarbeitet alle Fahrplannominierungen und ermittelt den Regelenergiebedarf aus der Summe aller Abweichungen.
Anwendung in der Praxis
Händler nominieren Fahrpläne für ihre Einkaufs- und Verkaufspositionen. Direktvermarkter erneuerbarer Energien erstellen täglich Erzeugungsfahrpläne auf Basis von Wetterprognosen. Fahrplanabweichungen werden über den Ausgleichsenergiepreis bewertet.
Energiewirtschaftliche Bedeutung
Eine hohe Fahrplangenauigkeit senkt Ausgleichsenergiekosten erheblich. Mit verbesserter Wetterprognose und Machine-Learning-gestützten Lastprognosen können Abweichungen minimiert werden.
Einordnung im Prozess
Relevant bei Bilanzkreisführung, Direktvermarktung und Portfoliooptimierung
