Strahlennetz
Ein Strahlennetz ist eine einfache Netzstruktur, bei der Verbraucher über eine einzige Leitung vom Einspeisepunkt aus versorgt werden – ohne redundante Verbindungen. Es ist kostengünstig, bietet aber keine Versorgungsredundanz. Bei einem Leitungsausfall ist der gesamte nachgelagerte Bereich von der Versorgung getrennt.
Grundprinzipien
Im Strahlennetz fließt Energie in eine Richtung vom Einspeisepunkt zu den Verbrauchern. Keine Ringstruktur ermöglicht alternative Versorgungswege. Niederspannungsnetze und ländliche Mittelspannungsnetze sind oft als Strahlennetze ausgeführt.
Anwendung in der Praxis
Bei der Planung von Hausanschlüssen oder kleinen Gewerbegebieten ist das Strahlennetz die Standardlösung. Für kritische Infrastrukturen (Krankenhäuser, Rechenzentren) ist Redundanz durch Ring- oder Maschennetze notwendig.
Energiewirtschaftliche Bedeutung
Strahlennetze stellen beim Aufbau dezentraler Erzeugungsanlagen (PV, BHKW) Anforderungen an die Netzplanung, da bidirektionale Lastflüsse berücksichtigt werden müssen. Zunehmend werden Strahlennetze mit intelligenter Schutz- und Schaltungstechnik ausgestattet.
Einordnung im Prozess
Relevant bei Netzplanung, Anschlussberatung und Versorgungssicherheitsanalyse
