Tranchenmodell
Das Tranchenmodell ist eine konkrete Ausprägung der strukturierten Beschaffung, bei der der Gesamtbedarf in gleich große oder strategisch gewichtete Teilmengen (Tranchen) aufgeteilt wird. Jede Tranche wird zu einem festgelegten oder regelgebundenen Zeitpunkt am Terminmarkt fixiert. Das Modell erzeugt einen Durchschnittseinkaufspreis.
Grundprinzipien
Die Anzahl und Größe der Tranchen hängt von Risikotoleranz, Planungshorizont und Liquidität des Kunden ab. Gängig sind 4 bis 12 Tranchen pro Lieferjahr. Feste Tranchenregeln (z. B. monatliche Fixierung) unterscheiden sich von opportunistischen Ansätzen, bei denen Marktlevel über den Kaufzeitpunkt entscheiden.
Anwendung in der Praxis
Ein Stadtwerk beschafft sein Jahresprodukt in 4 Quartals-Tranchen, jeweils im Januar des Vorjahres plus drei weitere Fixierungen. Günstige Marktphasen können genutzt werden, ohne das gesamte Risiko einzugehen. Reporting-Tools tracken den laufenden Einstandspreis.
Energiewirtschaftliche Bedeutung
Das Tranchenmodell bietet gegenüber dem Einmalkauf oder dem reinen Spotbezug einen nachweisbaren Risikovorteil. Es ist standardisiertes Instrument im Energiecontrolling und bildet die Grundlage für Abweichungsanalysen gegenüber Marktindex.
Einordnung im Prozess
Relevant bei Jahresbeschaffungsplanung, Energiecontrolling und Preisrisikomanagement
