Speicherbuchen
Speicherbuchen bezeichnet die Reservierung und Nutzung von Kapazitäten in Erdgasspeichern durch Marktteilnehmer. Händler, Versorger und Großkunden buchen Speicherkapazitäten (Arbeitsgasvolumen, Ein- und Ausspeicherleistung) um saisonale Bedarfsschwankungen auszugleichen. Speicherkapazitäten werden auf Marktplätzen (PRISMA, ENET) versteigert.
Grundprinzipien
Speicherverträge regeln maximales Arbeitsgasvolumen, maximale tägliche Ein- und Ausspeicherleistung sowie Vorlaufzeiten für Nominierungen. Speicherkosten setzen sich aus Kapazitätsentgelten, Arbeitsentgelten und Gasverlusten zusammen. Strategische Speicherreserven sind seit dem Gasspeichergesetz (EnerSiG) reguliert.
Anwendung in der Praxis
Ein Stadtwerk bucht im Frühling Speicherkapazität zu günstigen Sommerpreisen, füllt im Sommer bei niedrigen Spotpreisen und speist im Winter bei höheren Preisen aus. Der Spread zwischen Sommer- und Winterpreis muss die Speicherkosten übersteigen, damit die Strategie profitabel ist.
Energiewirtschaftliche Bedeutung
Gasspeicher sind kritische Infrastruktur für die Versorgungssicherheit. Die politische Debatte über Mindestfüllstände (seit 2022 gesetzlich geregelt, mind. 80 % zum 1. Oktober) verdeutlicht ihre strategische Bedeutung.
Einordnung im Prozess
Relevant bei Gasbeschaffung, Portfoliooptimierung und Versorgungssicherheitsplanung
