Open Position
Eine Open Position (offene Position) bezeichnet den Teil eines Energieportfolios, der noch nicht durch Terminkontrakte oder andere Instrumente abgesichert ist. Sie repräsentiert das verbleibende Preisrisiko gegenüber dem Markt. Je größer die offene Position, desto stärker wirken sich Preisbewegungen auf das Ergebnis aus.
Grundprinzipien
Offene Positionen entstehen durch bewusste Entscheidung (spekulativ) oder ungeplant durch Prognoseabweichungen beim Verbrauch. Sie werden über Risikomodelle (z. B. Value-at-Risk) quantifiziert. Das Portfoliomanagement definiert maximal tolerierbare Grenzen für offene Positionen.
Anwendung in der Praxis
Hat ein Lieferant für einen Kunden mit prognostiziertem Jahresbedarf von 100 GWh bislang nur 70 GWh am Terminmarkt beschafft, beträgt die offene Position 30 GWh. Diese muss vor Lieferbeginn geschlossen werden – idealerweise bei günstigen Marktlevels.
Energiewirtschaftliche Bedeutung
Offene Positionen sind unvermeidlich in der Energiewirtschaft, müssen aber aktiv gesteuert werden. Unkontrollierte offene Positionen haben in der Vergangenheit zu erheblichen Verlusten bei Versorgern geführt – besonders in volatilen Marktphasen wie 2021/2022.
Einordnung im Prozess
Relevant bei Portfoliosteuerung, Risikocontrolling und Beschaffungsmanagement
