Strommarkt
Der Strommarkt ist der organisierte Markt für den Handel mit elektrischer Energie. Er umfasst Großhandelsmärkte (Börsenmärkte wie EEX, OTC-Märkte), Einzelhandelsmärkte (Versorger–Endkunde) und Systemdienstleistungsmärkte (Regelenergie). In Deutschland ist der Strommarkt vollständig liberalisiert.
Grundprinzipien
Strommärkte sind durch physikalische Besonderheiten (keine Speicherbarkeit, Echtzeitlieferung) geprägt. Preise entstehen durch stündliche Auktionen (Day-Ahead, Intraday). Regulierte Netzebenen (Übertragung, Verteilung) werden von Wettbewerbsbereichen (Erzeugung, Vertrieb) getrennt.
Anwendung in der Praxis
Industriekunden partizipieren am Strommarkt durch strukturierte Beschaffung über Lieferanten oder direkt über Börsenzugang. Direktvermarkter ermöglichen Erzeugern den Marktzugang. Balancing-Märkte vergüten Flexibilitätsanbieter.
Energiewirtschaftliche Bedeutung
Der Strommarkt ist Motor der Energiewende: Preissignale steuern Investitionen in Erzeugung, Speicher und Effizienz. Die Diskussion über das Market Design (Energy-Only vs. Kapazitätsmarkt) prägt die politische Debatte.
Einordnung im Prozess
Relevant bei Energiebeschaffung, Portfoliooptimierung und Handelsinfrastruktur
