Degradation
Schleichender, irreversibler Rückgang der Leistungsfähigkeit von PV-Modulen über ihre Betriebszeit durch Materialalterung (LID, PID, UV-Degradation, Browning). Typische Degradationsrate: 0,4–0,6 %/Jahr; nach 25 Jahren noch ca. 85–90 % der Nennleistung. Hersteller geben Leistungsgarantien (typisch: ≥ 80 % nach 25 Jahren).
Grundprinzipien
Hauptmechanismen: Lichtinduzierte Degradation (LID, in den ersten Stunden); Potenzialinduzierte Degradation (PID bei hoher Spannung ohne Erdung); Mikrorisse durch mechanische Belastung; EVA-Vergilbung. Temperatur, Feuchte und Strahlung beschleunigen den Alterungsprozess.
Anwendung in der Praxis
Ertragsprognosen für Finanzierungen berücksichtigen die Degradation: 0,5 %/a Standard-Annahme. Bessere Module (bifazial, Glas-Glas): 0,3–0,4 %/a. Nach 30 Jahren Betrieb: ca. 82 % der Ursprungsleistung. Ertragsmonitoring erkennt übermäßige Degradation frühzeitig.
Energiewirtschaftliche Bedeutung
Degradation ist ein Ertragsrisiko über die Anlagenlebensdauer. Niedrige Degradationsraten sind ein wichtiges Qualitätsmerkmal und rechtfertigen Mehrpreis für hochwertige Module.
Einordnung im Prozess
Wir messen Performance Ratio und leiten Degradationsrate aus Monitoring-Daten ab, um Garantieansprüche zu prüfen.
