Standardlastprofilverfahren
Das Standardlastprofilverfahren (SLP) ist eine vereinfachte Methode zur Verbrauchsermittlung für Haushaltskunden und kleine Gewerbekunden ohne Lastgangmessung. Der Verbrauch wird auf Basis statistischer Lastprofile (H0 für Haushalt, G0–G6 für Gewerbe) zeitlich verteilt. Es vermeidet aufwendige Einzelmessungen bei sehr kleinen Verbrauchsstellen.
Grundprinzipien
Die Bundesnetzagentur und Netzbetreiber stellen normierte SLP-Zeitreihen bereit. Jährlicher Verbrauch × Profilfaktor ergibt die viertelstündliche Leistung je Zeitschritt. Prognosefehler werden tagesscharf über Mehr-/Mindermengen (MMM) ausgeglichen.
Anwendung in der Praxis
Kunden bis ca. 100.000 kWh/Jahr Strom werden standardmäßig als SLP-Kunden geführt. Netzbetreiber sind für die SLP-Bilanzierung zuständig; Lieferanten erhalten aggregierte Tageswerte. Wechsel zur Lastgangmessung (RLM) ist ab bestimmten Verbrauchsschwellen Pflicht oder auf Kundenwunsch möglich.
Energiewirtschaftliche Bedeutung
Das SLP-Verfahren ermöglicht eine massengeschäftstaugliche Energiebilanzierung ohne Einzelmessung. Mit zunehmendem Smart-Meter-Rollout werden SLP-Kunden schrittweise auf Lastgangmessung umgestellt, was Genauigkeit und Abrechnungsqualität verbessert.
Einordnung im Prozess
Relevant bei Vertragsgestaltung, Abrechnung und Lieferantenwechsel für Kleinkunden
